Eine Plattform für alle Events - Jamata Gründer im Interview Gründer und Startups

Eine Plattform für alle Events – Jamata Gründer im Interview

live_event„Die größte Aufgabe ist es nun, die Menschen von Jamata zu begeistern“

Ein paar Jahre lag die Idee zur Event-Plattform Jamata in Stefan Gajewskis Schublade. Jetzt, mit den richtigen Partnern an Bord, hat der Lüner sein Projekt umgesetzt. Seit Oktober ist Jamata online.

Hi Stefan, Du hast im Oktober 2015 Deine Event-Plattform Jamata gestartet. Was genau ist die Idee dahinter und wie unterscheidet sie sich von anderen Event-Plattformen?

Die Idee von Jamata ist es, die Suche nach weltweiten Veranstaltungen zu vereinfachen. Das Ziel ist es, weltweite Veranstaltungen auf einer Webseite zu bündeln, um mich zielgerichtet über Veranstaltungen informieren zu können – sei es spontan oder geplant und das eben weltweit. Das lange Suchen auf unterschiedlichen Webseiten bleibt dadurch erspart.

Die Unterschiede zu anderen Plattformen mal zusammengefasst:

  • Bündelung der Veranstaltungen von unterschiedlichen Ticketanbieter auf einer Webseite
  • Mainstreamveranstaltungen und kleinere Veranstaltungen auf einer Webseite
  • Weltweite Veranstaltungssuche
  • Zielgerichtete Suchergebnisse durch optional Eingrenzung der Suchoptionen
Wie ist die Idee zu Jamata entstanden?

Die Idee ist im Endeffekt in Houston/USA während eines Roadtrips mit einem Freund von Miami nach Los Angeles entstanden. Das war 2009.

Stefan Gajewski, Gründer von Jamata

Stefan Gajewski, Gründer von Jamata Events (Foto: privat)

Wir beide hören gerne Musik und wollten irgendwo im Raum Houston den Abend beim Bier und Livemusik ausklingen lassen. Kurz vorweg: von damals bis heute hat sich einiges im Onlinebereich getan. Aber damals sind wir in eine Bibliothek gegangen und haben dort für eine halbe Stunde zwei Rechner in Beschlag genommen.

Als erstes haben wir über Google gesucht. Die Ergebnisse waren meistens veraltet und Reviews von Veranstaltungen.

Als nächstes blieb uns eigentlich nur die Option, auf den Homepages von Bands zu schauen. Mit der Hoffnung, dass die Band gerade auf Tour ist und zufällig heute oder in den nächsten Tagen passend zu unserer Route irgendwo auftritt.

Aber auch hier wurden wir nicht fündig. Letztlich haben wir viel Zeit verschwendet und waren eher frustriert. Zumindest wurde dann nichts mit der Livemusik.

Wie bist Du an die Umsetzung Deiner Idee herangegangen – was waren die ersten Schritte und wo hast Du Dir Unterstützung geholt?

Nach dem Trip 2009 habe ich mir intensiver Gedanken gemacht und einigen Freunden von der Idee erzählt.

Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung woher die Veranstaltungsdaten kommen sollen. Der Ansatz war, ohne Veranstaltungsdaten anzufangen und Freunde, die in Musikbands spielen, zu bitten, ihre Konzerte später auf der Eventseite einzutragen. Die Seite wollte ich zunächst erst einmal lokal bekannt machen, dann regional usw.

Um das Projekt zu starten, habe ich dann aus meinem Netzwerk einen Mediengestalter und zwei „Programmierer“ zusammengetrommelt. Mehr als ein Webscreen und eine ganz vereinfachte Webseite haben wir damals nicht hinbekommen.

Der Grund war, dass wir irgendwie nie so richtig zusammengefunden haben und das eben für alle ein Nebenprojekt war. Nach mehrmaligen Anläufen ist das ganze wieder in der Schublade verschwunden.

Im März habe ich mit zwei anderen die Marketingagentur AAG Kommunikation in Lünen gegründet. Nach etwas mehr als einem Jahr haben wir einen Programmierer eingestellt.

Es stellte sich heraus, dass er das Projekt programmieren könnte. Im Juni 2015 habe ich mich erst einmal selber bezüglich Jamata updaten müssen. Seither hat sich im Netz sehr viel getan – keine Frage – und habe dann hinterfragt, ob die Idee von damals überhaupt noch relevant ist und eventuell schon in der Form im Netzt existiert.

Ihr habt jetzt schon eine ganze Menge Events in der Datenbank. Wie kommst du daran? Arbeitest Du mit Partnern zusammen?

Ich bin im Oktober mit ca. 46.000 Events gestartet. Aktuell sind wir bei über 177.000 Events aus jeglichen Bereichen. Ob Konzert, Theater oder Lesung etc. Die Eventdaten sind von den beiden Ticketanbietern Reservix GmbH als Premiumpartner und CTS Eventim AG.

Hinzu kommt bald noch Ticketmaster Deutschland. Somit bündelt Jamata alle „großen“ Events in Deutschland. Allein hierdurch sollte schon das Alleinstellungsmerkmal klar sein. Eine Informationsseite für „alle“ Events.

Der Nutzer braucht nicht mehr auf den Webseiten der verschiedenen Ticketanbieter, Städte, Locations und Bands schauen. Du brauchst nur noch Jamata. Das spart Zeit und vor allem ist es cool, wenn man sich spontan informieren kann, was denn gerade in der Stadt in der du dich befindest so los ist.

Unabhängig von den Ticketanbietern ist es wichtig, dass Locations, Clubs, Bands, Künstler, Promotor, Labels usw. ihre Events zusätzlich kostenlos eintragen. Je mehr mitmachen, desto interessanter und nützlicher wird Jamata, denn so sind mehr Veranstaltungen – auch kleinere – zu finden.

Was ist das Geschäftsmodell hinter der Plattform – wie verdienst Du damit Geld?

Die Webseite soll in erster Linie eine Informationsseite sein. Auf Jamata ist es eben möglich, auch Tickets bzw. Eintrittskarten zu den jeweiligen Veranstaltungen von den oben genannten Partnern zu erwerben. Hierfür bekomme ich einen kleinen Provisionserlös.

Bei eigenen Veranstaltungseinträgen wird überhaupt nichts verdient. Die Nutzung von Jamata ist kostenlos. Ein Ticketkauf über die Veranstaltungsseite ist nicht verpflichtend.

Wie finanzierst Du Dein Startup? Planst Du Investoren mit an Board zu holen?

Ich finanziere das Projekt von meinem Privatkapital. Damit das Start-Up schnell bekannt wird, wären Investoren mit einem entsprechenden Netzwerk sehr von Vorteil.

Erzähl mal was über Dich und Deinen Background.

Das ist eine Frage in der ich mich gerne verstricke, weil ich schon eine ganze Menge gemacht und auch ausprobiert habe. Ich habe Dipl. Sportökonomie in Bochum studiert und 2006 auch abgeschlossen.

2003 habe ich eine Skateboardfirma „fua industries“ gegründet. Bis 2007 war das Label in der Szene recht bekannt. 2007 habe ich auch einen Skateshop in Lünen eröffnet. In dem Laden konnte man in einer Bowl und Miniramp skaten. Ich glaube das war zu diesem Zeitpunkt auch einzigartig in Deutschland. Anfang 2012 habe ich das Geschäft letztlich geschlossen. Es war ein gutes Konzept aber vermutlich die falsche Stadt.

Weil der Laden zu wenig abgeworfen hat, habe ich irgendwann angefangen parallel als Vertretungslehrer an Schulen zu arbeiten. Insgesamt habe ich über drei Jahre an Schulen unterrichtet. 2010 habe ich durch die aufgebauten Kontakte durch FUA ab und an Konzerte in meinem Lieblingsclub in Lünen organisiert und Bands gebooked, die wesentlich meine Jugendzeit geprägt haben. Das waren u.a. Biohazard, Downset, Madball, Pro Pain etc.

2014 habe ich mit zwei anderen Inhabern die Marketingagentur AAG Kommunikation gegründet die sich gut entwickelt.

Was war Dein größtes Learning als Unternehmer bisher?

Die Ideen, die man hat, auch umzusetzen! Auch wenn es manchmal etwas länger dauert. Und wenn du von fünf Versuchen, drei mal falsch und zwei mal richtig liegst, dann war das alles vielleicht doch nicht so verkehrt.

Wo stehst Du jetzt gerade mit Jamata, was sind Deine to dos derzeit und wo willst du langfristig hin?

Kurzfristig werden noch die Länder Österreich, Schweiz und UK angebunden. Damit sind wir dann auch länderübergreifend zu finden.

Das derzeitige Angebot an Veranstaltungen ist zudem erst der Anfang. Mir schwebt eine ganze Menge vor, welche zusätzlichen Features Jamata noch haben kann.

Die größte Aufgabe ist es nun, Jamata bekannt zu machen und die Menschen von dem Tool zu begeistern.

Hinterlasse einen Kommentar

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr erfahren

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close