Mit den RevierGesprächen on Tour durch Mülheim Networking

Gründerstorys live – Mit den RevierGesprächen on tour durch Mülheim

RevierGespräche on tour durch Mülheim

Gründer besuchen Gründer – Die RevierGespräche on Tour durch Mülheim (Foto: Carmen Radeck)

Gründerspaziergang durch die Mülheimer City

Von Carmen Radeck

Mediengestalterin Sevgi Seringölge ist unglücklich in ihrem Job bei der WAZ, fängt zuhause an, eigene Modeentwürfe zu zeichnen und betreibt heute zwei Läden für Abendmode in Mülheim und Duisburg. Buchhändler Michael Fehst findet keine Stelle und eröffnet seine eigene Buchhandlung – trotz Amazon und jenseits jeglichen Mainstreams. Goldschmied Marco Seel startet nach 20 Jahren Festanstellung in die Selbstständigkeit und lässt sich mit Groupon-Gutscheinen buchen.

Überraschende Karrierewege

Und das sind nur die drei offiziellen Gründer-Geschichten, die uns Teilnehmern der RevierGespräche on Tour durch die Mülheimer City präsentiert wurden. Ein paar „inoffizielle“ Storys vom Wegesrand gibt es hier als Bonus, denn beim Fußmarsch zu den einzelnen Stationen hab ich noch mehr Mülheimer Gründer kennengelernt mit überraschenden Karrierewegen. Die möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Glamouröse Abendmode in Mülheim und Duisburg

Sevgi Seringölge

Designerin Sevgi Seringölge in ihrem Haute Couture Geschäft am Dickswall in Mülheim ( Foto: Carmen Radeck)

Aber starten wir erstmal mit Sevgi Seringölge und ihrer glamourösen Abendmode im eigentlich wenig glamourösen Viertel am Dickswall in Mülheim. Angefangen hat alles damit, dass sie mit ihrer Stelle als Mediengestalterin bei der WAZ nicht so richtig glücklich war und zuhause anfing, eigene Mode-Entwürfe zu zeichnen. Die Idee, sich mit selbst entworfener Haute Couture selbstständig zu machen, hatte aber nicht sie, sondern ihr Mann. „Ich selbst hab nicht an mich geglaubt“, erzählt Sevgi.

Das übernahm dann ihr Mann für sie, der sie nicht nur zur Selbstständigkeit ermutigte, sondern auch tatkräftig unterstützte. Nicht mal zehn Monate nach ihrer Gründung hat Sevgi Seringölge einen starken Handelspartner in der Türkei gewonnen und ist mir ihrer glamourösen Mode in Mülheim so erfolgreich, dass sie inzwischen sogar einen weiteren Laden an der Hochzeitsmeile in Duisburg Marxloh betreibt.

Nach 27 Jahren Festanstellung noch mal neu durchstarten

Weiter geht’s zum nächsten Gründer. Auf dem Weg dorthin lerne ich Beate Hartwig kennen, dich mich mit ihrer Gründer-Geschichte ziemlich aus den Socken haut. 27 Jahre lang war sie festangestellt in einem Rechtsanwaltsbüro, als sie sich überlegte, mal was neues zu machen, „was für den Kopf“, wie sie sagt. Wo andere mit einem Sprachkurs starten, besuchte Beate eine Gründerveranstaltung – mit zwei Geschäftsideen im Gepäck: „Hundekekse oder Bürodienste“.

Von den Hundekeksen verabschiedete sie sich schnell wegen der komplizierten Auflagen. Seit Februar betreibt Beate Hartwig ihren Bürodienst “klarTisch”. Ihren Job hat sie nach 27 Jahren gekündigt. „Einen Tag nach meiner Gründung rief schon der erste Kunde an, das hat mir einen richtigen Schub gegegeben“ erzählt Beate. Inzwischen hat sie schon ein paar Stammkunden, die sich von ihr Ordnung ins Büro bringen lassen. Es können aber ruhig noch ein paar mehr werden.

Individualität statt Massenware

Buchhändler Michael Fehst in seiner Buchhandlung am Löhberg.

Buchhändler Michael Fehst in seiner Buchhandlung am Löhberg (Foto: Carmen Radeck).

Mittlerweile sind wir in der Buchhandlung am Löhberg Nr. 4 angekommen, die mal so gar nichts mit den Bestsellerstapeln zu tun hat, wie man sie heute aus den Großbuchhandlungen kennt. Vielmehr erinnert der Laden an einen Salon oder oder Omas Wohnzimmer mit liebevoller Deko im Retro-Stil und einem sehr ausgesuchten Buchsortiment. Natürlich hat Buchhändler und Inhaber Michael Fehst auch die Bestseller da, aber auf keinen Fall in Stapeln. Zu Stapeln und Massenware hat der Buchhändler seinen ganz eigenen Standpunkt. „Ich finde es respektlos, etwas in Massen anzubieten, was dann sowieso nicht verkauft wird. Das ist Verschwendung.“

Michael Fehst, der in seinem ersten Berufsleben Koch in einem Altenheim war, setzt auf individuelle Beratung und möchte, dass sich seine Kunden bei ihm im Laden wohlfühlen. Deshalb spricht er auch viel lieber von Gästen als von Kunden. Auch wenn er mit seinem Geschäftskonzept komplett gegen den Mainstream schwimmt – oder vielleicht auch gerade deswegen – hat sich Michael Fehst vier Jahre nach seiner Gründung erfolgreich am Standort etabliert.

Dabei stand die Selbstständigkeit gar nicht auf seinem Lebensplan. Doch als sein voriger Arbeitgeber seine Buchhandlung dicht machte, fand er einfach keinen festen Job. Also tat er, wovon ihm jeder abriet und gründete seine eigene Buchhandlung. Zwar müsse er jeden Tag kämpfen, „aber ich weiß, wofür ich das mache“, sagt er.

Vom Bergmann zum freien Fotografen

Auf dem Weg zur letzten Station auf dem Gründerspaziergang lerne ich dann noch Oliver Thol kennen, der mir seinen Weg vom Bergmann unter Tage zum Traumjob als Journalist schildert. Dazu hat er nicht nur in Redaktionen gejobbt, er hat sogar ein Studium an der FH in Gelsenkirchen absolviert. Heute arbeitet der ehemalige Bergmann hauptsächlich als Fotograf für Sportevents und Porträts.

Mit Groupon-Gutscheinen auf Kundenfang

Goldschmiedemeister Marco Seel

Goldschmiedemeister Marco Seel (Foto: Carmen Radeck)

Bei so vielen kurvigen Berufswegen liest sich die Karriere von Goldschmiedemeister Marco Seel absolut geradlinig. „Seit 20 Jahren arbeite ich jetzt als Goldschmied“, hat er nachgerechnet. Selbstständig ist er aber noch ganz frisch. Seinen Kundenstamm muss er sich ganz neu aufbauen und fährt dabei verschiedene Strategien. Eine davon ist, dass man ihn mit Groupon-Gutscheinen für Goldschmiede-Kurse buchen kann. Da muss man auch erst mal drauf kommen.


Info

Die RevierGespräche sind Gründertreffen, zu denen die Wirtschaftsförderung Oberhausen zusammen mit dem Weiterbildungsinstitut WbI einmal monatlich einladen. Diesmal war auch die Wirtschaftsförderung Mülheim mit im Boot.

Weitere Infos auf der Website Gründercity Oberhausen.

 

2 Kommentare

  • Betrifft: Oliver Thol
    Herr O. Thol hat nie ein Studium absolviert, nie als Bergmann gearbeitet, war nie Rettungssanitäter oder sonst nur irgendwas. Er hat mit Mühe und Not seinen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 erreicht. Diesen allerdings erst im mindestens dritten Anlauf an der VHS in Oberhausen im 2. Bildungsweg.
    Er leidet unter Größenwahn, ist ein Hochstabler, notorischer Lügner und selbstversessen.

    Schade, dass es ihm erneut geglückt ist im Internet präsent zu sein.

    MIt freundlichen Grüßen

    Sandro Schlüter

    • Hallo Sandro, vielen Dank für Ihren Kommentar. Das sind starke Behauptungen, die Sie ebensowenig belegen wie Oliver Thol seine Geschichte. Ich lasse beides – sowohl Ihren Kommentar als auch das, was mir erzählt wurde, einfach mal so stehen. Viele Grüße, Carmen Radeck

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